Soly Cissé

SolySeine Werke thematisieren immer wieder die Dualität zwischen Tradition und Moderne. So zum Beispiel in der Verwendung von Pfeilen zur Trennung des Guten vom Bösen, in den vertikalen oder horizontalen Linien zur Darstellung des Lebens und des Todes oder im Spannungsfeld der Farben. Sie lassen eine Haltung extremer Wut des Individuums gegenüber einer sich selbst überlassenen Welt sichtbar werden.
Cissé zeigt das Individuum, das seine ethnische Identität abgelegt hat und in seinen selbstgeschaffenen Strukturen gefangen ist. Diese "Unpersönlichkeit" spiegelt sich auch im
Spiel mit Silhouetten, Profilen und Schatten wieder, dessen Wurzeln in der ästhetischen
Tradition Afrikas liegen. In den Bildern haben diese Spiele jedoch ihren ursprünglichen
Sinn verloren. Vielmehr illustrieren sie den isolierten, auf sich selbst zurückgeworfenen Menschen
als Schatten seiner selbst.
Soly Cissé sieht die Gefahr der Selbstzerstörung durch die zunehmende Auflösung der
moralischen Grenzen steigen, aber er will nicht belehren. Er versteht sich als Zeitzeuge,
darum bemüht, den Menschen in seinem Inneren zu erreichen, ihn auf das Leiden und die
gesellschaftlichen Miseren aufmerksam zu machen mit dem Ziel, seinen Blick für das zu schulen,
was er lebt, was er erduldet, und ihn nicht zuletzt an seine Freiheit zu erinnern, die es mit aller
Konsequenz zu verteidigen gilt.

"Es sind Linien, die mich führen, wenn ich male" - eine Aufforderung an den Betrachter, nicht nur
die "Zwischenräume" zu erkunden.


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Lebenslauf

Geboren 1969 in Dakar, Senegal. Er lebt und arbeitet in Dakar.

  • 1995 Workshop Fotografie mit Ausstellung im Centre Culturel Français de Dakar, organisiert von Kodak, Dakar (Senegal)
  • Ausbildung als Bühnenbildner in Dakar (Senegal)
  • 1996 Diplom an der Ecole Nationale des Beaux-Arts de Dakar (Senegal)
  • Ausbildung in Fotografie an der Ecole de Recherche Graphique (Belgien)
      
Ausstellungsbeteiligungen
  • 1997 Jeux de la Francophonie, Antananarivo (Madagaskar)
  • 1998 Galerie ATISS während der DAK'ART 98, Dakar (Senegal)
    "Ouaga-garages" Workshop und Ausstellung der Fotografie im Centre Culturel Français de Dakar (Senegal)
    Biennale de Sao Paulo, " Roteiros, Roteiros, Roteiros", Sao Paulo (Brasilien)
    Agentur Mc Cann-Erickson, Paris (Frankreich)
  • 1999 Tanzhaus nrw die werkstatt, Düsseldorf (Deutschland)
  • 2000 Biennale de Dakar, Crypte de la Cathedrále, Dakar (Senegal)
    Guarene ARTE 2000, Fondazione Re Rebaudengo (Italien)
    Biennale de Havanna, Kuba
  • 2001 Prix de la francophonie, Montreal (Kanada)
  • 2002 "Multicultural 2002", La Laguna, Teneriffa (Spanien)
  • 2003 Orangerie, Grugapark Essen (Deutschland)
    Viterra Energy Services GmbH & Co.KG, Münster (Deutschland)
    Plasticiens en mouvement, De Markten, Brüssel (Belgien)
    Ausstellung L'Europe fantôme, Espace Vertebra, Brüssel (Belgien)
  • 2004 ARCO 2004, Madrid / Spanien
    "Animismes" Galerie DA Vinci, Nizza / Frankreich
      
Einzelausstellungen
  • 1997 Centre Culturel Français, Dakar, (Senegal)
    Galerie ATISS, Dakar (Senegal)
  • 1999 Rautenstrauch-Joest-Museum, Köln (Deutschland)
  • 2001 Galerie ATISS, Dakar (Senegal)
  • 2002 Ausstellung MAM - Douala, (Kamerun)
    Galerie ARTEFACT, Point E Dakar (Senegal)
    Galerie ATISS, Dakar (Senegal)